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Trial Reifendruck und Trialreifen: Der große Ratgeber

Aktualisiert am Motorsport Burger, Waldkraiburg

Trialreifen fahren mit sehr wenig Luft: Michelin empfiehlt für den Trial Competition 0,4 bar vorne und 0,35 bar hinten. Hier erfährst du, wie du den Druck misst und an Gelände und Wetter anpasst.

Der richtige Trial Reifendruck liegt weit unter dem, was du von Straße oder Enduro kennst. Michelin empfiehlt für den Trial Competition 0,4 bar vorne und 0,35 bar hinten, als Untergrenze nennt der Hersteller 0,35 bar vorne und 0,3 bar hinten. Innerhalb dieses Rahmens passt du den Druck an Gelände, Wetter, Motorleistung und dein Fahrkönnen an.

In diesem Ratgeber erfährst du, warum Trialreifen mit so wenig Luft auskommen, wie sie aufgebaut sind, wie du den Druck zuverlässig misst und wann ein neuer Reifen fällig ist.

Warum Trialreifen so besonders sind

Trialreifen sind für Grip bei sehr niedrigem Tempo gebaut. Karkasse und Gummimischung sind weich, damit sich der Reifen um Steine, Wurzeln und Stufenkanten legen kann. Michelin beschreibt seinen Trial Competition als leicht und flexibel, mit viel Grip und Robustheit. Dunlop setzt beim Geomax Trial TL01 auf eine ölreiche Mischung, die laut Hersteller Flexibilität und Haftung erhöht.

Damit das funktioniert, brauchen Trialreifen wenig Luftdruck. Erst dann wird die Aufstandsfläche groß und der Reifen kann sich verformen, statt über ein Hindernis zu rutschen. Wie im Trial üblich, kombiniert Beta bei der Sincro 2T 300 ein Vorderrad mit 21 Zoll und ein Hinterrad mit 18 Zoll.

Trial Reifendruck: Die Empfehlungen der Hersteller

Feste Werte für alle Situationen gibt es nicht. Als Ausgangspunkt eignen sich die Angaben von Reifenhersteller und Motorradhersteller:

Quelle Vorne Hinten
Michelin Trial Competition, Empfehlung 0,4 bar 0,35 bar
Michelin Trial Competition, Untergrenze 0,35 bar 0,3 bar
Beta Betriebsanleitung EVO 2T, ältere Ausgabe 0,4 bis 0,5 bar 0,3 bis 0,4 bar

Michelin betont auf der Produktseite des Trial Competition, dass der passende Druck von Gelände, Wetter, Motorleistung und Fahrkönnen abhängt. Fährst du Dunlop, etwa den Geomax Trial, den Beta bei der Sincro Factory ab Werk montiert, orientierst du dich an der Betriebsanleitung deines Motorrads.

Was weniger oder mehr Druck bewirkt

  • Weniger Druck: Die Aufstandsfläche wächst, der Reifen legt sich besser um Hindernisse und greift auf rutschigem Untergrund besser. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass Reifen und Felge an scharfen Kanten Schaden nehmen.
  • Mehr Druck: Der Reifen wird stabiler und schützt die Felge besser. Dafür verliert er an Grip und neigt eher dazu, auf Steinen zu springen.

Schon wenige hundertstel bar machen einen spürbaren Unterschied. Zwischen Empfehlung und Untergrenze liegen bei Michelin gerade einmal 0,05 bar.

Druck an Gelände und Wetter anpassen

  • Nasser Fels, Wurzeln und Schlamm: Ein Druck im unteren Bereich der Empfehlung vergrößert die Aufstandsfläche und hilft beim Grip. Bleib dabei über der Untergrenze des Herstellers.
  • Scharfkantiger, trockener Fels: Etwas mehr Druck schützt Reifen und Felge vor Schäden.
  • Leistung und Fahrkönnen: Je mehr Kraft am Hinterrad ankommt und je härter du fährst, desto stärker wird der Reifen belastet. Als Einsteiger fährst du mit den Empfehlungswerten des Herstellers am sichersten.

Mehr zum Fahren auf rutschigem Untergrund liest du im Beitrag Trial bei Nässe. Auch das Fahrwerk beeinflusst die Traktion, Tipps dazu findest du im Ratgeber Fahrwerk einstellen.

Schlauchlos hinten, Schlauch vorne: So sind Trialreifen aufgebaut

Bei den gängigen Trialreifen von Michelin und Dunlop ist der Hinterreifen schlauchlos und in Radialbauweise gefertigt, vorne kommt ein Reifen mit Schlauch zum Einsatz. Dunlop führt den Geomax Trial TL01 hinten als schlauchlosen Reifen (Tubeless, kurz TL) und vorne als Schlauchreifen (Tube Type, kurz TT). Auch beim Michelin Trial Competition ist der radiale Hinterreifen als TL ausgeführt.

Ein schlauchloser Reifen braucht eine luftdichte Felge. Wird dein Trialmotorrad ab Werk mit schlauchlosem Hinterreifen ausgeliefert, ist die Felge dafür ausgelegt. Für unterwegs ist ein Flickzeug für schlauchlose Reifen sinnvoll, damit du kleine Löcher schnell abdichten kannst. Bei Schäden an Flanke oder Wulst hilft nur ein neuer Reifen.

Vorne sitzt der Reifen mit Schlauch. Ein Reifenhalter verhindert, dass ein Schlauchreifen bei niedrigem Druck auf der Felge wandert. Reifenhalter für verschiedene Felgenbreiten, Flickzeug und Trialreifen findest du in unserer Kategorie Reifen.

Reifendruck richtig messen

Bei so niedrigen Werten entscheidet das Messgerät über die Genauigkeit. So gehst du vor:

  1. Kalt messen: Prüfe den Druck vor dem Fahren. Warme Luft dehnt sich aus, deshalb zeigt ein warmer Reifen mehr Druck an.
  2. Passendes Manometer nutzen: Verwende einen Luftdruckprüfer mit feiner Skala für den Bereich unter 1 bar. Prüfer für Autoreifen sind für so niedrige Werte meist zu grob.
  3. Immer dasselbe Gerät: Verschiedene Manometer zeigen oft leicht unterschiedliche Werte. Bleib deshalb bei einem Gerät.
  4. In kleinen Schritten anpassen: Lass Luft in kleinen Schritten ab und miss nach jedem Schritt erneut.
  5. Notieren: Schreib dir Druck, Gelände und Wetter auf. So findest du mit der Zeit deine Werte.

Einen Luftdruckprüfer speziell für Trial findest du in unserer Kategorie Sonstige Ersatzteile.

Praxistipp

Prüfe den Luftdruck vor jeder Ausfahrt. Bei Werten um 0,3 bar fällt schon ein kleiner Druckverlust ins Gewicht, und ein schleichender Plattfuß bleibt sonst leicht unbemerkt.

Reifenwahl, Verschleiß und Reifenwechsel

Michelin bietet für Trial unter anderem den Trial Competition und den Trial X Light an. Laut Michelin eignet sich der Trial Competition besser für weiches Gelände als der X Light. Den Trial Competition weist der Hersteller für den Einsatz im Gelände und auf der Straße aus. Bei Motorrädern mit Straßenzulassung muss der Reifen zu den Angaben in den Fahrzeugpapieren passen.

Ein Trialreifen ist fällig, wenn die Stollen stark abgerundet sind, Risse oder Schnitte auftauchen oder die Flanke beschädigt ist. Das Aufziehen eines schlauchlosen Hinterreifens braucht Erfahrung und passendes Werkzeug, damit der Wulst dicht sitzt. In unserer Werkstatt übernehmen wir den Reifenservice mit Aufziehen, Wuchten und Entsorgen der alten Reifen.

Welche Teile neben den Reifen regelmäßig verschleißen, zeigt dir unser Überblick zu den Verschleißteilen am Trialmotorrad.

Häufige Fragen

Welcher Reifendruck ist im Trial richtig?

Michelin empfiehlt für den Trial Competition 0,4 bar vorne und 0,35 bar hinten, mindestens aber 0,35 bar vorne und 0,3 bar hinten. Den genauen Wert passt du an Gelände, Wetter, Motorleistung und Fahrkönnen an.

Warum ist der Trial Reifendruck so niedrig?

Mit wenig Luft legt sich der weiche Reifen um Steine und Kanten und bietet eine große Aufstandsfläche. Das sorgt für Grip bei langsamer Fahrt.

Ist der Trialreifen hinten schlauchlos?

Bei den gängigen Trialreifen von Michelin und Dunlop ja. Hinten fährst du einen schlauchlosen Radialreifen, vorne einen Reifen mit Schlauch.

Darf ich mit Trialreifen auf der Straße fahren?

Michelin weist den Trial Competition für Gelände und Straße aus. Voraussetzung sind ein zugelassenes Motorrad und ein Reifen, der zu den Fahrzeugpapieren passt. Beim Luftdruck hältst du dich an die Betriebsanleitung.

Wie oft sollte ich den Reifendruck prüfen?

Am besten vor jeder Ausfahrt und bei kaltem Reifen. Bei so niedrigen Werten fällt schon ein kleiner Druckverlust ins Gewicht.

Fazit

Beim Trial Reifendruck geht es um hundertstel bar. Starte mit den Werten des Reifenherstellers, bei Michelin 0,4 bar vorne und 0,35 bar hinten, und passe sie in kleinen Schritten an Gelände und Wetter an. Miss immer kalt und mit einem genauen Manometer. Wenn ein neuer Reifen fällig ist oder der Wechsel ansteht, sind wir für dich da.

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Alle Angaben ohne Gewähr. Technische Werte, Wartungsintervalle und Füllmengen entnimmst du bitte immer der Betriebsanleitung deines Modells. Arbeiten an Bremse, Fahrwerk und Motor im Zweifel der Fachwerkstatt überlassen.