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Trial Grundlagen

Trial Regeln: Punktesystem, Sektionen und Wertung erklärt

Aktualisiert am Motorsport Burger, Waldkraiburg

Im Trial kostet jede Bodenberührung einen Strafpunkt, höchstens drei pro Sektion. Wer scheitert, bekommt fünf. Wir erklären Punktesystem, Zeitlimit, Gesamtwertung und Gleichstand nach DMSB und FIM.

Die wichtigsten Trial Regeln sind schnell erklärt: Du fährst durch abgesteckte Sektionen und bekommst für jede Bodenberührung einen Strafpunkt, höchstens aber drei. Scheiterst du in einer Sektion, gibt es fünf Punkte. Wer nach allen Runden die wenigsten Strafpunkte hat, gewinnt.

Im Detail steckt mehr dahinter: was genau als Fuß zählt, wann ein Fünfer fällig wird und wie bei Punktgleichheit entschieden wird. Grundlage dieses Ratgebers ist das DMSB Trial Reglement 2026, das für Wettbewerbe in Deutschland gilt. Wo die Weltmeisterschaft nach dem Reglement der FIM abweicht, weisen wir darauf hin.

Trial Regeln im Überblick: das Punktesystem

In jeder Sektion bewertet ein Punktrichter deine Fahrt. Seine Wertung ist eine Tatsachenentscheidung und damit grundsätzlich endgültig. Vergeben werden die Strafpunkte nach diesem Schema:

Fahrt in der Sektion Strafpunkte
Fehlerfrei, ohne Bodenberührung („Nuller“) 0
Ein Fehler (ein Fuß) 1
Zwei Fehler 2
Mehr als zwei Fehler 3
Scheitern in der Sektion („Fünfer“) 5
Sektion ausgelassen oder Reihenfolge nicht eingehalten (DMSB) 10

Für Fußfehler gibt es also nie mehr als drei Punkte, egal wie oft du abstützt. Pro Sektion zählt nur die höchste Strafe: Ein Fünfer ersetzt die bis dahin gesammelten Fußfehler, er wird nicht dazugerechnet. Am teuersten ist mit zehn Punkten das Auslassen einer Sektion.

Was zählt als Fuß?

Ein Fehler, im Trial kurz „Fuß“ genannt, ist laut DMSB jede Berührung des Bodens und jedes Abstützen oder Anlehnen an einem Hindernis wie Baum oder Fels, und zwar mit irgendeinem Teil des Körpers oder des Motorrads. Ausgenommen sind Reifen, Fußrasten und Unterbodenschutz. Streifst du ein Hindernis nur, während du vorwärts fährst, ist das keine Bodenberührung.

Aufpassen musst du beim sogenannten langen Fuß: Verschiebst du einen Fuß nach dem Aufsetzen an eine andere Stelle, kostet das einen weiteren Strafpunkt. Im WM Reglement der FIM ist ein Fehler sehr ähnlich definiert. Weitere Fachbegriffe wie Korridor, Klassentor oder Nuller erklärt unser Trial Lexikon.

Wann gibt es einen Fünfer?

Fünf Strafpunkte bedeuten, dass du in der Sektion gescheitert bist. Laut DMSB Trial Reglement 2026 ist das unter anderem in diesen Fällen so:

  • Du überschreitest die Sektionsfahrzeit.
  • Du rollst rückwärts und hast dabei mit Fuß oder Körper Bodenkontakt.
  • Du stehst mit beiden Füßen auf derselben Seite des Motorrads oder hinter der Hinterradachse auf dem Boden.
  • Der Lenker berührt den Boden.
  • Du überfährst, beschädigst oder entfernst die Begrenzung, oder ein Rad berührt außerhalb der Begrenzung den Boden.
  • Du lässt ein Tor deiner Klasse aus, durchfährst es falsch oder fährst durch ein Tor einer anderen Klasse.
  • Du kreuzt im Vollkreis deine eigene Spur, außer nach einer Rückwärtsbewegung.
  • Du fährst ohne angelegte Abreißleine des Zündunterbrechers.
  • Dein Helfer oder eine andere Person berührt dich oder dein Motorrad.
  • Du oder dein Helfer verändern die Sektion.

In der Weltmeisterschaft ist die Liste ähnlich lang. Dort ist zum Beispiel auch das Überfahren oder Umwerfen eines Markierungspfeils ein Fünfer, und der Punktrichter zeigt jedes Scheitern sofort mit einem langen Pfiff an.

Praxistipp

Geh bei der Besichtigung jede Sektion zu Fuß ab und such ganz bewusst die Tore deiner Klasse. Ein übersehenes Tor oder die Fahrt durch die Spur einer anderen Klasse kostet dich fünf Punkte, ganz ohne Fahrfehler. Merk dir außerdem markante Punkte, an denen du Gas gibst oder die Richtung wechselst.

Wie du eine Sektion liest und deine Linie planst, zeigt unser Beitrag Sektionen lesen und die richtige Linie wählen.

Sektion, Spur und Zeitlimit

Eine Sektion soll laut DMSB nicht länger als 60 Meter sein und ist mit Bändern oder Begrenzungszeichen in 10 bis 50 cm Höhe abgesteckt. Anfang und Ende markieren Schilder mit den Buchstaben A und E. Wertung und Zeitmessung beginnen, sobald die Vorderradachse die Anfangslinie überquert, und enden mit dem Überfahren der Endlinie.

Innerhalb der Sektion geben Tore die Spur jeder Klasse vor, und jedes Klassentor hat eine klar festgelegte Fahrtrichtung. Vor der Einfahrt gibt es einen etwa 1 m breiten Korridor, in dem die Fahrer hintereinander warten.

Wie viel Zeit hast du pro Sektion?

Nach DMSB Reglement hast du für jede Sektion 90 Sekunden. In der Weltmeisterschaft ist es laut FIM Reglement 2025 nur eine Minute. Wer länger braucht, bekommt in beiden Fällen einen Fünfer.

Runden, Fahrzeit und Gesamtwertung

Ein Wettbewerb besteht aus mehreren Runden. In der Deutschen Trial Meisterschaft sind es laut Prädikatsbestimmungen 2026 entweder zwei Runden mit 15 bis 18 Sektionen oder drei Runden mit 10 bis 12 Sektionen. Die Startreihenfolge wird ausgelost, gestartet wird im Abstand von einer Minute.

Für jede Runde bekommst du eine Punktekarte, auf der die Punktrichter deine Ergebnisse eintragen. Verlierst du sie, werden für jede Sektion dieser Runde fünf Strafpunkte berechnet. In der Weltmeisterschaft werden die Ergebnisse dagegen elektronisch per Tablet erfasst.

Auch die Gesamtfahrzeit ist begrenzt. Bei bis zu 30 Sektionen und bis zu 80 Startern sind es laut DMSB 5,5 Stunden, bei mehr Sektionen 6 Stunden, und je angefangene 20 weitere Starter kommen 30 Minuten dazu. Jede angefangene Minute Verspätung kostet einen Strafpunkt, ab mehr als 20 Minuten folgt die Disqualifikation.

Was passiert bei Punktgleichheit?

Bei gleicher Punktzahl liegt laut DMSB vorn, wer mehr Sektionen fehlerfrei gefahren ist, also mehr Nuller hat. Ist auch das gleich, entscheiden die Einser, dann die Zweier und so weiter. Danach zählt das bessere Ergebnis in der letzten, dann in der vorletzten Runde. Bleibt es beim Gleichstand, teilen sich die Fahrer den Platz.

Helfer, Abreißleine und Fairness

Jeder Fahrer darf einen Helfer registrieren lassen, der mindestens 18 Jahre alt ist und eine zur Startnummer passende Nummer trägt. Er darf dich von außen mit Worten unterstützen, die Sektion aber nur betreten, wenn ein Sportwart es zu deiner Sicherheit ausdrücklich erlaubt. In der Weltmeisterschaft werden die Helfer schrittweise abgeschafft, ab 2028 sollen sie laut FIM in allen Klassen verboten sein.

Pflicht ist außerdem ein funktionierender Zündunterbrecher, der über ein höchstens 1 m langes Kabel mit dir verbunden ist. Steigst du ab, muss er den Motor abschalten. Fährst du ohne angelegte Leine in eine Sektion, wirst du sofort angehalten und bekommst fünf Strafpunkte. Lass den Zündunterbrecher am besten vor jeder Saison in der Werkstatt mitprüfen.

Häufige Fragen

Darf man im Trial anhalten?

Ja. Nach den aktuellen Reglements von DMSB und FIM ist Stehenbleiben allein kein Fehler, solange du dabei keinen Boden berührst. Bei manchen Klassikwettbewerben ist das anders: In der FIM Trial Vintage Trophy wird zum Beispiel auch das Anhalten bestraft.

Wie viele Strafpunkte gibt es maximal pro Sektion?

In der Regel fünf. Nur wenn du eine Sektion auslässt oder die vorgeschriebene Reihenfolge nicht einhältst, berechnet das DMSB Reglement zehn Strafpunkte.

Was ist der Unterschied zwischen drei und fünf Punkten?

Drei Punkte bekommst du, wenn du die Sektion mit mehr als zwei Fußfehlern beendest. Fünf Punkte gibt es, wenn du scheiterst, also zum Beispiel das Zeitlimit überschreitest, die Begrenzung überfährst oder mit Bodenkontakt rückwärts rollst.

Gelten in der WM dieselben Trial Regeln wie in Deutschland?

Das Grundprinzip mit 0, 1, 2, 3 und 5 Strafpunkten ist gleich. Unterschiede gibt es im Detail, etwa beim Zeitlimit: 90 Sekunden nach DMSB, eine Minute nach FIM Reglement 2025. Wie die WM abläuft, erklärt unser Beitrag zur Trial WM.

Fazit

Die Trial Regeln folgen einer einfachen Logik: Jede Bodenberührung kostet einen Punkt, mehr als drei gibt es dafür nicht, und wer scheitert, bekommt fünf. Wer zusätzlich Zeitlimit, Tore und Begrenzungen im Blick behält, vermeidet unnötige Strafpunkte. Vor deinem ersten Wettbewerb lohnt sich ein Blick in das aktuelle Reglement und in die Ausschreibung des Veranstalters. Bei Fragen rund um dein Trialmotorrad nimm gern Kontakt mit uns auf.

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