Wer ein Motorrad transportieren will, muss es nach § 22 StVO so sichern, dass es auch bei einer Vollbremsung nicht verrutscht oder umfällt. So klappt es mit Anhänger, Heckträger und Transporter.
Wer ein Motorrad transportieren will, muss es so sichern, dass es selbst bei einer Vollbremsung oder einem plötzlichen Ausweichmanöver nicht verrutscht, umfällt oder herabfällt. Das verlangt § 22 StVO, und dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten, vor allem die Richtlinienreihe VDI 2700. Für ein Trialmotorrad eignen sich Anhänger, Transporter und Heckträger, wenn du Führerschein, Stützlast, Kennzeichen und Beleuchtung im Blick behältst.
Viele Trialmotorräder haben keine Straßenzulassung und kommen deshalb per Anhänger, Transporter oder Heckträger zum Gelände. Ob sich für dich eine Zulassung lohnt, erklären wir im Beitrag Trial Motorrad Zulassung. Hier geht es darum, welche Regeln beim Transport gelten, welche Transportart zu dir passt und wie du richtig verzurrst. Die Angaben geben den allgemeinen Stand für Deutschland wieder und ersetzen keine Rechtsberatung.
Motorrad transportieren: Was das Gesetz verlangt
Die zentrale Vorschrift ist § 22 StVO. Die Ladung einschließlich der Geräte zur Ladungssicherung muss so verstaut und gesichert sein, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin und her rollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.
Was das in der Praxis bedeutet, beschreibt die Richtlinienreihe VDI 2700 zur Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen. Laut VDI helfen seine Richtlinien, die Anforderung der StVO zu konkretisieren, und haben oft den Rang anerkannter Regeln der Technik. Bei Kontrollen und vor Gericht dienen sie deshalb als Maßstab.
Außerdem bist du als Fahrer nach § 23 StVO dafür verantwortlich, dass Fahrzeug, Gespann und Ladung vorschriftsmäßig sind und die Verkehrssicherheit nicht leidet. Schlecht gesicherte Ladung kann ein Bußgeld kosten, vor allem aber gefährdet sie dich und andere.
Anhänger, Heckträger oder Transporter?
Wie du dein Motorrad transportieren solltest, hängt von deinem Auto, deinem Führerschein und davon ab, wie oft du unterwegs bist. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede.
| Transportart | Vorteile | Darauf musst du achten |
|---|---|---|
| Motorradanhänger | Viel Platz, das Motorrad steht in einer Radschiene | Führerscheinklasse, in der Regel höchstens 80 km/h, Zulassung und Hauptuntersuchung des Anhängers |
| Heckträger an der Anhängerkupplung | Kein zweites Fahrzeug, wenig Platzbedarf | Zulässige Stützlast, Kennzeichen und Beleuchtung am Träger |
| Transporter oder Kastenwagen | Motorrad geschützt vor Wetter und neugierigen Blicken | Stabile Zurrpunkte im Laderaum, Vorderrad gegen Verrutschen sichern |
Motorradanhänger: Führerschein und Tempo
Mit der Klasse B darfst du Anhänger bis 750 kg zulässiger Gesamtmasse ziehen, schwerere Anhänger nur, wenn die Kombination 3.500 kg nicht überschreitet (§ 6 FeV). Mit der Schlüsselzahl 96 und einer Fahrerschulung sind Kombinationen bis 4.250 kg möglich (§ 6a FeV), für noch schwerere Gespanne gibt es die Klasse BE.
Mit Anhänger gelten für Pkw außerorts und auf der Autobahn grundsätzlich höchstens 80 km/h (§ 3 und § 18 StVO). Auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen sind 100 km/h nur erlaubt, wenn Auto und Anhänger die Bedingungen der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO erfüllen. Dazu gehören unter anderem ABS am Zugfahrzeug, ein Eintrag in den Papieren und eine Plakette für Tempo 100 am Anhänger.
Ein zugelassener Anhänger muss regelmäßig zur Hauptuntersuchung. Bei Anhängern bis 750 kg ist sie erstmals nach 36 Monaten und danach alle 24 Monate fällig (Anlage VIII StVZO).
Heckträger an der Anhängerkupplung
Für leichte Motorräder gibt es Heckträger, die auf die Anhängerkupplung gesetzt werden. Entscheidend ist die zulässige Stützlast deines Autos: Träger und Motorrad zusammen dürfen sie nicht überschreiten. Die Werte stehen in den Unterlagen deines Autos und in der Anleitung des Trägers.
Verdecken Träger oder Motorrad das hintere Kennzeichen ganz oder teilweise, muss es am Fahrzeug oder am Träger wiederholt werden (§ 12 Abs. 10 FZV). Ragen Träger oder Ladung in die Sichtwinkel von Rückleuchten, Bremsleuchten oder Blinkern, sind zusätzliche, fest angebrachte Leuchten vorgeschrieben (§ 49a Abs. 9a StVZO). Achte beim Kauf also auf eine passende Leuchteneinheit.
Auf dem Heckträger steht das Motorrad quer zum Auto und kann seitlich überstehen. Ragt die Ladung mehr als 40 cm über die Fahrzeugleuchten hinaus, muss sie bei Bedarf, etwa bei Dunkelheit, zusätzlich mit Leuchten kenntlich gemacht werden (§ 22 Abs. 5 StVO).
Im Transporter oder Kastenwagen
Im Laderaum ist das Motorrad vor Wetter geschützt, braucht aber genauso eine feste Sicherung. Nutze die Zurrpunkte im Laderaum und stelle das Vorderrad in eine Radklemme oder gegen eine stabile Stirnwand. So hältst du das Motorrad formschlüssig und musst weniger über die Gurtspannung sichern.
Motorrad verzurren: Schritt für Schritt
Auf dem Anhänger und im Transporter gelten beim Verzurren dieselben Grundregeln. Beim Heckträger folgst du der Anleitung des Herstellers.
- Vorderrad fixieren: Schiebe das Vorderrad in die Radschiene oder Radklemme, sodass das Motorrad gerade steht.
- Vorne verzurren: Befestige links und rechts je einen Gurt an stabilen Punkten, etwa an der unteren Gabelbrücke oder am Lenker nahe der Klemmung, und spanne beide schräg nach vorne unten.
- Gabel leicht einfedern: Ziehe die Gurte gleichmäßig an, bis die Gabel etwas einfedert und das Motorrad sicher steht. Drück die Gabel nicht bis auf Block.
- Heck sichern: Sichere Hinterrad oder Rahmen mit einem weiteren Gurt gegen seitliches Wandern.
- Kontaktstellen schützen: Führe Gurte nicht über Bremsleitungen, Kabel oder Kunststoffteile und nutze Schlaufen, damit Haken nichts beschädigen.
- Nachkontrollieren: Prüfe die Spannung nach den ersten Kilometern und bei jeder Pause.
Praxistipp
Trialmotorräder sind leicht und federn weich. Spann die Gurte deshalb auf beiden Seiten gleichmäßig, damit das Motorrad gerade steht und nicht kippt, wenn ein Gurt etwas nachgibt. Nach der Fahrt lohnt ein kurzer Blick auf Lenker, Hebel und Gabel.
Zurrgurte richtig auswählen
Zurrgurte für die Ladungssicherung sind in der Norm EN 12195-2 geregelt. Auf dem Etikett stehen unter anderem die zulässige Zugkraft (LC) und die Vorspannkraft (STF). Ein Gurt ohne lesbares Etikett, mit Schnitten oder beschädigten Haken gehört aussortiert.
Beim Motorrad kombinierst du meist Formschluss und Direktzurren. Die Radklemme hält das Vorderrad, die Gurte verbinden Motorrad und Zurrpunkte und nehmen Kräfte auf, sobald sich das Motorrad bewegen will. Achte auf stabile Zurrpunkte, denn die schwächste Stelle bestimmt, wie viel die ganze Sicherung hält.
Bevor das Motorrad nach dem Training wieder aufgeladen wird, lohnt sich eine kurze Reinigung, Tipps dazu findest du im Beitrag Motorrad richtig reinigen. Ist beim Transport doch ein Hebel krumm geworden, findest du Beta Originalteile in unserem Partsfinder und weiteres Zubehör unter sonstige Ersatzteile im Shop.
Häufige Fragen
Darf ich ein Trialmotorrad ohne Zulassung auf dem Anhänger transportieren?
Ja. Das Motorrad ist dann Ladung, für den Straßenverkehr zählen Zulassung und Versicherung von Auto und Anhänger. Entscheidend ist, dass es nach § 22 StVO sicher verzurrt ist.
Wie schnell darf ich mit Motorradanhänger fahren?
Mit Pkw und Anhänger gilt außerorts und auf der Autobahn grundsätzlich höchstens 80 km/h. Auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen sind 100 km/h nur mit Eintrag in den Papieren und Plakette am Anhänger erlaubt.
Muss ich das Kennzeichen am Heckträger wiederholen?
Ja, wenn Träger oder Motorrad das hintere Kennzeichen ganz oder teilweise verdecken. Eine neue Abstempelung ist dafür nicht nötig.
Wo befestige ich die Zurrgurte am Trialmotorrad?
Vorne an stabilen Teilen wie der unteren Gabelbrücke oder dem Lenker nahe der Klemmung, hinten am Rahmen oder Hinterrad. Bremsleitungen, Kabel und Kunststoffteile bleiben frei.
Fazit
Ein Motorrad transportieren ist mit etwas Vorbereitung kein Problem: Ladung nach § 22 StVO und VDI 2700 sichern, beim Anhänger Führerschein und Tempolimit beachten und beim Heckträger Stützlast, Kennzeichen und Beleuchtung prüfen. Ein gut verzurrtes Trialmotorrad kommt sicher am Gelände an. Wo du dort fahren darfst, liest du im Beitrag Wo darf man Trial fahren?
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