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Trial Helm kaufen: Norm, Passform und Ausstattung im Überblick

Aktualisiert am Motorsport Burger, Waldkraiburg

Ein guter Trial Helm ist ein leichter, offener Helm nach ECE 22.06, der fest sitzt. Hier erfährst du, warum Trialhelme ohne Kinnbügel auskommen, wie du das Prüfetikett liest und die richtige Größe findest.

Ein guter Trial Helm ist ein leichter, offener Helm ohne Kinnbügel, der nach ECE 22.06 geprüft ist und fest auf deinem Kopf sitzt. Er gibt dir freie Sicht auf Vorderrad und Untergrund und lässt viel Luft an den Kopf. Entscheidend beim Kauf sind das Prüfetikett, die Passform und eine Ausstattung, die zu dir passt.

In diesem Ratgeber erfährst du, warum Trialhelme anders gebaut sind als Crosshelme, woran du die aktuelle Norm erkennst und wie du die richtige Größe findest. Zum Schluss beantworten wir häufige Fragen rund um den Helmkauf.

Was einen Trial Helm ausmacht

Die meisten Trialhelme sind Jethelme. Sie umschließen Oberkopf, Hinterkopf und die Seiten des Gesichts, das Kinn bleibt frei. Für Trial hat das handfeste Gründe.

Freie Sicht nach vorn und unten

In einer Sektion schaust du ständig auf Vorderrad, Steine und Kanten direkt vor dir. Ohne Kinnbügel ist das Sichtfeld offener, gerade nach unten. Auch der Touring Club Schweiz (TCS) hält in seinem Helmvergleich fest, dass Jethelme ein offeneres Sichtfeld bieten als geschlossene Helme.

Leicht und gut belüftet

Trial ist körperlich anstrengend, und bei niedrigem Tempo kühlt dich kaum Fahrtwind. Ein offener Helm ist luftiger und leichter. Airoh gibt für den Trialhelm TRR II ein Gewicht ab 970 g an, in der Carbonversion ab 940 g (jeweils ±50 g). Belüftet wird er über Lufteinlässe vorn und oben und Auslässe am Hinterkopf.

Der Kompromiss: kein Kinnschutz

Ein Jethelm schützt Kinn und Gesicht nicht, den besten Schutz bietet laut TCS ein Integralhelm. Im Trial mit seinem niedrigen Tempo ist der offene Helm ein bewusster Kompromiss zugunsten von Sicht und Bewegungsfreiheit. Fährst du mit dem Trialmotorrad auch längere oder schnellere Strecken, solltest du das bei der Helmwahl abwägen.

ECE 22.06: So erkennst du einen geprüften Trialhelm

Seit Juni 2022 werden neue Helmmodelle nach der Norm ECE 22.06 geprüft. Sie löst die ältere ECE 22.05 ab und verlangt unter anderem Aufprallprüfungen an frei gewählten Stellen der Schale, zusätzliche Tests mit niedrigerer und höherer Aufprallgeschwindigkeit und erstmals eine Prüfung der Rotationsbeschleunigung.

Das Prüfetikett ist am Kinnriemen oder im Innenfutter eingenäht. Darauf erkennst du drei Dinge:

  • E mit Ziffer: Die Kombination zeigt das Land der Genehmigung, zum Beispiel E1 für Deutschland oder E3 für Italien.
  • 05 oder 06: Die Angabe 06 steht für eine Prüfung nach ECE 22.06, 05 für die ältere ECE 22.05.
  • J oder P: J steht für einen Helm ohne Kinnbügel, P für einen Helm mit schützendem Kinnbügel. Trialhelme wie der Airoh TRR II oder der Hebo Zone 5 sind als J nach ECE 22.06 genehmigt.

Wichtig für Bastler: Nach ECE 22.06 dürfen am Serienhelm nur die Anbauteile verwendet werden, die bei der Prüfung montiert waren. Veränderungen an Schale oder Ausstattung können die Genehmigung kosten.

Einen Helm nach ECE 22.05 darfst du weiter tragen, eine Austauschpflicht gibt es nicht. Fährst du mit einem zugelassenen Trialmotorrad auf öffentlichen Straßen, gilt außerdem die Helmpflicht nach § 21a StVO, die einen geeigneten Schutzhelm vorschreibt. Was beim Fahren mit Kennzeichen sonst noch gilt, erklärt der Beitrag Trialmotorrad mit Straßenzulassung. Das ist ein allgemeiner Überblick und keine Rechtsberatung.

Passform: So sitzt dein Helm richtig

Ein Helm schützt nur, wenn er passt. Miss zuerst deinen Kopfumfang: Leg das Maßband auf Höhe der Stirn über den Ohren um den Hinterkopf. Mit dem Wert in Zentimetern suchst du in der Größentabelle des Herstellers die passende Größe. Beim Airoh TRR II gehört zum Beispiel Größe M zu einem Kopfumfang von 57 bis 58 cm.

Bei der Anprobe prüfst du diese Punkte:

  • Der Helm sitzt rundum gleichmäßig fest, ohne an Stirn oder Hinterkopf zu drücken.
  • Wenn du den Kopf schüttelst, bleibt der Helm in Position und die Wangenpolster liegen an.
  • Mit geschlossenem Kinnriemen lässt sich der Helm weder nach vorn über die Stirn noch nach hinten abziehen.
  • Der Kinnriemen sitzt straff, drückt aber nicht gegen den Hals.
  • Du trägst den Helm mindestens zehn Minuten, denn Druckstellen zeigen sich oft erst nach einer Weile.
  • Als Brillenträger nimmst du deine Brille zur Anprobe mit und prüfst, ob die Bügel unter den Polstern drücken.

Für Kinder gilt dasselbe: Der Helm muss jetzt passen und wird nicht auf Zuwachs gekauft, denn ein zu großer Helm kann bei einem Sturz verrutschen. Denk bei der Anprobe auch an den Rückenprotektor: Ist er zu lang, kann er beim Fahren hinten an den Helm stoßen.

Praxistipp

Größen fallen je nach Hersteller unterschiedlich aus. Probier deinen Trialhelm deshalb vor dem Kauf an und trag ihn dabei ruhig eine Weile. In unserem Laden in Waldkraiburg sind Helme zum Anprobieren vorrätig.

Ausstattung im Vergleich

Trialhelme unterscheiden sich bei Schale, Verschluss, Visier und Innenausstattung. Die Tabelle zeigt, worauf du achten kannst, mit Beispielen aus den Herstellerangaben.

Merkmal Worauf achten Beispiel
Schale Material und Gewicht vergleichen Hebo Zone 5 mit Polycarbonatschale, Airoh TRR II aus HPC Carbon, als Carbonversion laut Hersteller 30 g leichter
Schalengrößen Mehrere Schalengrößen statt einer Einheitsschale Airoh TRR II in zwei Schalengrößen: XS bis M und L bis XXL
Verschluss Mikrometerverschluss mit Raste, schnell zu schließen und fein einstellbar Airoh TRR II und Hebo Zone 5
Schirm und Visier Kurzer Schirm, manche Modelle mit klarem Innenvisier Hebo Zone 5 mit einziehbarem Innenvisier
Innenfutter Herausnehmbar und waschbar Airoh TRR II und Hebo Zone 5
Belüftung Einlässe vorn und oben, Auslässe hinten Airoh TRR II

Pflege und Austausch

Nimm das Innenfutter regelmäßig heraus und wasch es nach den Angaben des Herstellers. Die Schale reinigst du mit Wasser und mildem Reinigungsmittel. Lass den Helm an der Luft trocknen und lagere ihn trocken und ohne direkte Sonne.

Nach einem Sturz oder einem harten Aufprall gehört der Helm ersetzt, auch wenn außen nichts zu sehen ist, denn die Dämpfung im Inneren kann beschädigt sein. Ohne Sturz nennt der TCS einen Austausch nach spätestens fünf bis sieben Jahren als Richtwert. Maßgeblich sind die Angaben in der Anleitung deines Helms.

Häufige Fragen

Warum haben Trialhelme keinen Kinnbügel?

Ohne Kinnbügel hast du freie Sicht auf Vorderrad und Untergrund, außerdem ist der Helm leichter und besser belüftet. Dafür schützt ein Jethelm Kinn und Gesicht nicht. Im Trial mit seinem niedrigen Tempo ist das ein bewusster Kompromiss.

Darf ich meinen Helm nach ECE 22.05 weiter tragen?

Ja, nach ECE 22.05 geprüfte Helme darfst du weiter nutzen, eine Austauschpflicht gibt es nicht. Ist der Helm schon älter oder hatte er einen Sturz, solltest du ihn trotzdem ersetzen.

Woran erkenne ich einen Trial Helm nach ECE 22.06?

Am eingenähten Prüfetikett am Kinnriemen oder im Futter. Die Angabe 06 steht für ECE 22.06, der Buchstabe J für einen Helm ohne Kinnbügel.

Wann sollte ich meinen Trialhelm ersetzen?

Nach jedem Sturz oder harten Aufprall, auch ohne sichtbaren Schaden. Ohne Sturz nennt der TCS fünf bis sieben Jahre als Richtwert für den Austausch. Beachte zusätzlich die Angaben des Herstellers.

Kann ich mit einem Trial Helm auch auf der Straße fahren?

Ein nach ECE 22.06 geprüfter Trialhelm ist als Jethelm für den Straßenverkehr genehmigt. Auf öffentlichen Straßen schreibt § 21a StVO einen geeigneten Schutzhelm vor. Verbindliche Auskunft im Einzelfall geben Behörde oder Versicherung.

Fazit

Beim Trial Helm zählen drei Dinge: eine Prüfung nach ECE 22.06, eine Passform ohne Druckstellen und eine Ausstattung, die zu dir passt. Offene Trialhelme geben dir die Sicht und die Luft, die du in Sektionen brauchst, verlangen aber einen bewussten Umgang mit dem fehlenden Kinnschutz. Ergänze den Helm mit der übrigen Trial Ausrüstung und passenden Protektoren für Rücken, Brust und Knie. Trialhelme findest du im Shop in der Kategorie Helme.

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