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Ausrüstung & Bekleidung

Mit Protektoren Motorrad fahren: Rücken, Brust und Knie im Trial

Aktualisiert am Motorsport Burger, Waldkraiburg

Im Trial schützen ein Rückenprotektor nach EN 1621 2, ein Brustprotektor nach EN 1621 3 und Protektoren für Knie und Ellbogen. Hier erfährst du, was Level 1 und 2 bedeuten und wie alles richtig sitzt.

Wer im Trial mit Protektoren Motorrad fährt, schützt Wirbelsäule, Brustkorb und Gelenke bei Stürzen auf Fels und Kanten. Wichtig sind ein Rückenprotektor nach EN 1621 2, ein Brustprotektor nach EN 1621 3 und Protektoren für Knie und Ellbogen nach EN 1621 1. Level 2 steht dabei jeweils für mehr Schutz als Level 1.

Im Trial bist du langsam unterwegs, trotzdem kann ein Sturz auf einen Felsabsatz oder einen Baumstamm schmerzhaft enden. Gleichzeitig musst du dich auf dem Motorrad frei bewegen können. Hier erfährst du, was die Normen bedeuten, welche Protektoren sinnvoll sind und wie sie richtig sitzen.

Warum du auch im Trial nur mit Protektoren Motorrad fahren solltest

Trial wird mit niedriger bis mittlerer Geschwindigkeit gefahren, das Risiko liegt woanders. Du bewegst dich in steilem, felsigem Gelände, und wenn das Motorrad kippt oder du abspringen musst, landest du auf harten, unebenen Flächen. Ein Protektor verteilt und dämpft die Kraft eines solchen Aufpralls.

Wichtig ist auch, was Protektoren nicht leisten: Sie mildern Schläge, verhindern aber nicht jede Verletzung. Gegen Verdrehen, starkes Abknicken oder Quetschungen bieten sie nur begrenzten Schutz, darauf weisen Hersteller in ihren Anleitungen ausdrücklich hin.

Die Normen im Überblick: Level 1 und Level 2

Protektoren für Motorradfahrer werden nach der Normreihe EN 1621 geprüft. Dabei trifft ein Fallkörper mit festgelegter Energie auf den Protektor, gemessen wird die Kraft, die noch durchkommt. Je niedriger diese Restkraft, desto besser der Schutz.

Bereich Norm Level 1 Level 2
Knie, Ellbogen, Schulter, Hüfte EN 1621 1 Restkraft im Mittel höchstens 35 kN Restkraft im Mittel höchstens 20 kN
Rücken EN 1621 2 Restkraft im Mittel höchstens 18 kN Restkraft im Mittel höchstens 9 kN
Brust EN 1621 3 Erfüllt die Anforderungen an die Kraftübertragung Steifer, muss die Kraft zusätzlich verteilen

Beim Rückenprotektor darf außerdem kein einzelner Messwert über 24 kN (Level 1) beziehungsweise 12 kN (Level 2) liegen. Ein Rückenprotektor mit Level 2 lässt im Mittel also höchstens halb so viel Kraft durch wie einer mit Level 1. Dafür ist er oft etwas dicker oder steifer, probier deshalb aus, ob du dich damit auf dem Motorrad noch frei bewegst.

Auf dem Etikett von Gelenkprotektoren steht zusätzlich ein Buchstabe für den Körperbereich: K für Knie, E für Ellbogen, S für Schulter und H für Hüfte. Typ A und Typ B geben die Größe der Schutzfläche an, Typ B deckt mehr ab. Optional können Protektoren außerdem bei Hitze (plus 40 °C) und Kälte (minus 10 °C) geprüft werden, auch das ist dann auf dem Etikett vermerkt.

Rückenprotektor und Brustprotektor

Rückenprotektor: Bauform und Größe

Rückenprotektoren gibt es in drei Bauformen: für den ganzen Rücken (FB), für den mittleren Rücken (CB) und für den Lendenbereich (L). Die Bauform CB deckt die Schulterblätter nicht ab, ein Lendenprotektor den oberen Rücken nicht. Für Trial ist ein Protektor für den ganzen Rücken die naheliegende Wahl.

Die Größe richtet sich vor allem nach der Rückenlänge. Auf dem Etikett steht dafür ein Bereich in Zentimetern. Wie du richtig misst, beschreibt die Größentabelle des Herstellers. Ortema misst bei seinen Westen zum Beispiel vom vorstehenden Halswirbel bis zur Taille. Wähle den Protektor nicht zu groß, sonst kann er an den Helm stoßen.

Brustprotektor

Brustprotektoren nach EN 1621 3 gibt es geteilt mit zwei Schalen oder als durchgehendes Teil. Level 1 erfüllt die Anforderungen an die Kraftübertragung, Level 2 ist steifer und muss die Kraft zusätzlich verteilen. Ortema gibt für seinen Brustprotektor OCP 3.0 zum Beispiel Level 2 nach EN 1621 3 an.

Weste oder einzelne Protektoren?

Eine Protektorenweste hält den Rückenprotektor eng am Körper, damit er nicht verrutscht. Bei der Ortema ORTHO-MAX Vest gibt der Hersteller für den integrierten Rückenprotektor Schutzklasse 2 nach EN 1621 2 an, für die Brust verweist er auf den separaten Brustprotektor OCP 3.0. Einzelne Protektoren lassen sich dagegen frei kombinieren. Mehr zur Marke, die ihre Protektoren nach eigenen Angaben in Deutschland entwickelt und fertigt, liest du im Beitrag Neu im Shop: Ortema Protektoren für Trial und Offroad.

Knie und Ellbogen: Schutz, der im Stehen nicht stört

Für Knie und Ellbogen gilt EN 1621 1. Im Trial stehst du fast immer, gehst in die Knie und verlagerst ständig dein Gewicht. Knieprotektoren müssen deshalb flach sein, fest sitzen und dürfen in der Hocke nicht drücken.

  • Knieprotektoren in der Hose: Manche Trialhosen haben herausnehmbare Knieprotektoren eingebaut. Hebo gibt für seine Trialhose Tech zum Beispiel einen Knieprotektor nach Level 2 an.
  • Separate Knieprotektoren: Du trägst sie unter der Hose und kannst sie mit jeder Hose kombinieren. Sie müssen gut fixiert sein, damit sie beim Gehen und in der Hocke nicht verrutschen.
  • Ellbogenprotektoren: Sie sollten so flach sein, dass sie unter das Trialshirt passen und dich beim Lenken nicht einschränken.

Wie Trialhose und Protektoren zusammenspielen, erklärt der Beitrag Trial Bekleidung: Hose, Shirt und Handschuhe richtig wählen.

Für Kinder gibt es viele Protektoren in Juniorgrößen, Ortema bietet zum Beispiel eine eigene Junior Serie an. Gerade beim Nachwuchs gilt: passend kaufen und nicht auf Zuwachs, denn ein zu großer Protektor verrutscht. Worauf es beim Einstieg sonst ankommt, liest du im Beitrag Trial für Kinder und Jugendliche.

Passform, Pflege und Austausch

Damit du lange sicher mit Protektoren Motorrad fährst, achte auf diese Punkte:

  • Anprobe in Fahrposition: Stell dich hin wie auf dem Motorrad, geh in die Knie und dreh den Oberkörper. Nichts darf drücken oder verrutschen.
  • Eng am Körper: Protektoren sollen so eng wie möglich sitzen, ohne dich in der Bewegung einzuschränken.
  • Reinigung: Mit milder Seife und einem Schwamm reinigen, keine scharfen Reinigungsmittel und keinen Föhn zum Trocknen verwenden.
  • Lagerung: Trocken, gut belüftet und ohne direkte Sonne.
  • Austausch: Nach einem schweren Aufprall oder bei Rissen und Verformungen ersetzen. Manche Hersteller nennen in der Anleitung zusätzlich eine maximale Nutzungsdauer.

Praxistipp

Nimm zur Anprobe deinen Helm mit und zieh die Kleidung an, in der du fährst. So merkst du sofort, ob der Rückenprotektor im Nacken an den Helm stößt oder ob die Knieprotektoren unter der Trialhose verrutschen.

Häufige Fragen

Ist Level 2 bei Protektoren immer besser?

Level 2 lässt weniger Kraft durch und schützt damit besser. Beim Rückenprotektor liegt der Grenzwert im Mittel bei 9 kN statt 18 kN. Dafür sind Protektoren mit Level 2 oft etwas dicker oder steifer, entscheidend ist, dass du dich damit noch frei bewegen kannst.

Brauche ich im Trial einen Brustprotektor?

Ein Brustprotektor schützt den Brustkorb bei einem Aufprall auf Kanten, Steine oder das eigene Motorrad. Sinnvoll ist er deshalb auch im Training. Ob er bei einem Wettbewerb vorgeschrieben ist, regelt das Reglement des Veranstalters.

Wie finde ich die richtige Größe beim Rückenprotektor?

Entscheidend ist die Rückenlänge. Miss sie so, wie es die Größentabelle des Herstellers beschreibt, und wähle den Protektor nicht zu groß, sonst kann er beim Fahren an den Helm stoßen.

Wann muss ich Protektoren ersetzen?

Nach einem schweren Aufprall oder wenn du Risse, Verformungen oder andere Schäden siehst. Manche Hersteller geben zusätzlich eine maximale Nutzungsdauer an, sie steht in der Anleitung deines Protektors.

Passen Knieprotektoren unter die Trialhose?

Flache Knieprotektoren sind genau dafür gemacht. Manche Trialhosen haben herausnehmbare Knieprotektoren schon eingebaut. Probier die Kombination aus Hose und Protektor am besten in der Hocke an.

Fazit

Mit Protektoren Motorrad fahren heißt im Trial: Rücken, Brust, Knie und Ellbogen schützen, ohne die Bewegungsfreiheit zu verlieren. Achte auf die Normen EN 1621 1, 2 und 3, wähle beim Rückenprotektor möglichst Level 2 und probier alles in Fahrposition an. Einen Überblick über die komplette Schutzausrüstung gibt dir der Beitrag Trial Ausrüstung: Die komplette Schutzausrüstung, Protektoren von Ortema und weiteren Marken findest du im Shop in der Kategorie Protektoren.

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